Dunkle Klänge

by Ars Irae

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1.
Voll Übermut, geweihtes Wild stahl vom Altar, der Göttin bei Nacht Den Hunden gab, das edle Fleisch zum Fraße er, frevelnder Jäger Bleiches Mondlicht durch die Bäume bricht Still ein Schatten entflieht in die Nacht Stieg ihr nach, erblickte sie gar unbedeckt, jungfräuliche Göttin Ein Ast zerbrach, verraten war zorniger Fluch erfüllte sein Schicksal Bleiches Mondlicht durch die Bäume bricht Still ein Schatten entflieht in die Nacht Horn brach aus seiner Stirn und Huf an Handes statt Haar um Haar ein weißes Fell, die Wandlung sich vollzog Von den eigenen Hunden gehetzt durch die Nacht der Jäger zur Beute verkam Nicht Dickicht nicht Dunkel half ihm bei der Flucht die Meute erbarmungslos kam Ein Sturz im Geäst, vorbei die Hatz, trüb erwarten die Augen das End Stinkender Atem aus geifernden Mäulern bis die Kehle sich dann schließt Von den eigenen Hunden gehetzt durch die Nacht der Jäger zur Beute verkam Nicht Dickicht nicht Dunkel half ihm bei der Flucht die Meute erbarmungslos kam Zur Beute er verkam
2.
Dereinst floss Blut und Leben durch der welken Körper Fäule, erkaltet das Fleisch, verblichen die Haut Erlöschen ist der Glanz der Augen, Sehnsucht starb in ihnen, nichts bleibt zurück, von feurigem Blick Starres Fleisch auf dürrem Holz, getränkt in Öl Flammen lodern in schwarzer Nacht Asche hinfort getragen vom Wind Die Glut verglimmt im Morgengraun, nichts bleibt zurück Flammen lodern in schwarzer Nacht Asche hinfort getragen vom Wind In der Ferne schwelgen dunkle Klänge, künden die Heimkehr der Seelen in Valhall Der Toten zur Erinnerung, ein Lied erklingt Der Toten zur Erinnerung ein Fass gelehrt Bei Met und Wein, die Trauer sich von den Lebenden löst, bis kommt die Zeit, die Seelen vereint in Allvaters Heim Doch fern ist der Tag, dass für uns die Glut erlischt Unsere Asche vom Winde vertragen, heimkehrt zu der Väter Statt In der Ferne schwelgen dunkle Klänge, künden die Heimkehr der Seelen in Valhall
3.
06:22
Es weicht der Wind, die Segel schlaff, ruhig liegt die See Am Himmel türmt sich dunkles Grau, zum bersten voll gefüllt Mit einem Schlag der Sturm sich erhebt Wellen werfen sich aufs Schiff reißen mit fort erschrockenes Gesicht schreiend in die Fluten stürzt in Ägirs Reich, in die Tiefe, kein Weg zurück, kein Weg zurück Gewaltsam zerbricht hölzerner Rumpf im Streite von Wind und von Meer Die Trümmer verteilt im Wasser treiben das Leben in die Tiefe rinnt in Ägirs Reich, in die Tiefe, kein Weg zurück, kein Weg zurück lautlos gleiten hinab erschöpfte Körper in die Tiefe, in die Nacht, auf den Grund, auf den Grund Darüber das Meer noch tobt und noch schäumt erbarmungslos peitschend der Wind Einzig ein Blitz das Dunkel erhellt trostlos und feindlich die Welt Sich ergebend, schwerelos schwach die Sinne, regungslos Die Lunge voll Wasser gefüllt beim letzten Zug hinübergleitet, hinaus aus dieser Welt Darüber das Meer noch tobt und noch schäumt erbarmungslos peitschend der Wind Einzig ein Blitz das Dunkel erhellt trostlos und feindlich die Welt Es weicht der Wind, der Himmel blau, ruhig liegt die See Am Ufer treibt geborstenes Holz, einsam die Stille
4.
Des Schmiedes Geschicklichkeit drang an des Königs Ohr Heimlich kam er, in dessen Haus und führte ihn fort in sein Reich Auf eine Insel fern wurde er gebracht Bebend vor Zorn fügte er sich in des Königs Gewalt Des Königs Dienst voll Wut erfüllt Es sprach die Königin warnend zu ihrem Gatten "Hüte dich vor seiner Rache, sieh nur wie die Augen glühn" Ein Rat voller Niedertracht sich ihren Lippen entwand "Zerschneide ihm die Sehnen der Knie, damit er dann nicht kann entfliehn" Des Königs Dienst voll Wut erfüllt Mit Flügeln geschmiedet geschaffen des Nachts Auf eisernen Federn entschwand durch die Luft Sinnend auf Rache harrte er der Zeit Mit Flügeln geschmiedet geschaffen des Nachts Auf eisernen Federn entschwand durch die Luft Mit Flügeln geschmiedet geschaffen des Nachts Auf eisernen Federn entschwand durch die Luft Eines Tags verliefen die Söhne des Königs sich zu ihm Erschlagen wurden beide Knaben Die Schädel gefasst in Silber, zum Geschenke gemacht
5.
05:18
In Nebel grau geborgen die Ufer, lautlos Holz die Wellen pflügt Still in Flut sich graben die Riemen, Trommeln verstummt das Licht gelöscht Eisiger Reif an Planken sich klammert, Atem an der Luft gefriert Blutleer die Hände an kalten Balken, steif und spröd die Taue erstarrt Die Schwere den Armen entweicht bei der Landung geschmeidig die Klingen in schwieliger Hand Lodernde Blicke kein Wort auf den Lippen heißes Blut die Adern durchströmt Im Dunkel verschmolzen mit traurigen Ästen, einer Weide wogend im Wind zurückbleibt das Schiff an fremdem Gestade, Heimaterde Tage entfernt Der Ruf eines Kauzes durchbricht die Stille, aufgeschreckt von zwei Raben Unbemerkt blieb die nächtliche Ankunft, trügerisch die friedliche Ruh' Mit steifen Beinen erklommen die Böschung geschmeidig die Klingen in schwieliger Hand Lodernde Blicke kein Wort auf den Lippen heißes Blut die Adern durchströmt Zurück bleiben Geschichten von dunklen Schatten zornerfüllt sie kamen in finstrer Nacht Flammen und Schwerte verrichten ihr Werk ein Sturm unaufhaltsam, Verwüstung und Blut Wir sind Schatten und wir sind Sturm Wir sind Flammen und wir sind der Zorn
6.
In alten Zeiten als nichts war als Leere nicht Erde noch Himmel und kein einzger Stern Die Sonne nicht schien und der Mond noch nicht leuchtet als nichts war im Dunkel als gähnender Abgrund Äonen lange Finsternis füllte den Raum der Kosmos ein Abgrund ohne Gestalt Sein und Nichtsein gab es noch nicht kein Licht und kein Laut in der Dunkelheit Feuer und Eis, Erde und Luft stritten sofort nach ihrer Geburt Im Chaos des Nichts erklang dann ein Ton formte sich laut zu einer Melodie Die Elemente wuchsen aus ihr bekamen Gestalt im wirklich werden Feuer und Eis, Erde und Luft stritten sofort nach ihrer Geburt Geschaffen im Kampf der Elemente roh wurde die Erd mit Berg und Flüssen Sand und Meer, Licht und Schatten Die Sonne aufstieg und auch der Mond, Tag und Nacht Mit Glut und mit Dampf erhob sich ein Wesen brachte das Leben in die junge Welt In alten Zeiten als nichts war als Leere nicht Erde noch Himmel und kein einzger Stern Die Sonne nicht schien und der Mond noch nicht leuchtet als nichts war im Dunkel als gähnender Abgrund
7.
Wieder sinkt die Sonne nieder in den Buchenhain Schatten gleiten an den Hängen zu des Berges Wurzeln hin Der Krähen Schrei die Stille bricht es friert der Atem an klarer eisiger Luft Alter König gebeugt auf seinem Ross legt die Fährte, spürt den Jüngling schon nahn Er ist bereit zu gehen, das Rad der Zeit sich dreht, in eine neue Welt Spürt den Pfeil, die Schulter trifft stürzt ins Gras, hart gefroren die Erd Weit entfernt der Feuer hellender Schein sein warmes Blut den Boden um ihn ertränkt Er ist bereit zu gehen, das Rad der Zeit sich dreht, in eine neue Welt Nieder liegt der alte König, rotes Blut die Erde färbt Seine Augen werden trübe vor dem letzten Atemzug In ein Grab errichtet vor langer Zeit wurde Er getragen von dem Jüngling Ein Tor zur Anderswelt Erwacht die Geister der Ahnen, die Grenzen der Welten schwinden hinfort Ein Raum zum Übergang, nicht Ordnung oder Gesetz wo Chaos herrscht immer Das Grab verschlossen wurd, noch von dem Jüngling bei Nacht Nahm ab das goldne Geweih, die Maske seiner Jagd Hob die Krone auf sein Haupt zu herrschen von diesem Tag
8.
Blutrote Flammen, schlagen zornig lodernd empor Kalt verglimmen, Funken nach wütendem tanz Ein Hieb die Nacht zerbricht, grell zerreißt das Dunkel Die Laune eines Gottes Wut ein irden Opfer fand Gespien lärmend auf die Welt Alles verschlingend, gefräßig sich aufbläht Ein Schrei stürzt sich ungehört ins Schwarze Verloren in die Ferne flieht Weiter gierig wachsend getrieben vom Wind Die Flamme sich nährt und bedient Weiße Asche bedeckt die Erd Balken brechen lärmend und berstend sinken in die Glut Regenschwanger türmt sich Gewölke berührt von erstickendem Rauch Mit brechenden Wolken erbarmungslos ein Ringen begann Auf Leben und Tod bis die Flamme starb in der Flut Weiße Asche bedeckt die Erd Fortgewaschen mit der Flut Blutrot der Morgen, sich am Horizont früh erhebt Tief hängt der Nebel, verborgen sind die Spuren der Nacht
9.
06:04
Ein Klagen erhob sich mit eisigem Wind vom Norden getragen durchs Land Die Wärme der Feuer entschwand in die Nacht bis dann die Flamme verging Verborgen ist der Tod, Im Nebel lauernd weidet sich an dem sterbenden Land Frost greift mit knöcherner Hand in die Erd der Saft in den Wurzeln gerinnt Die Farben verblassen, weichen hinfort ehe das sterben beginnt Verborgen ist der Tod, Im Nebel lauernd Weidet sich an dem sterbenden Land Labt sich am Leiden Schwindendes Leben ihn ernährt Ein krankes Tier stürzt betroffen zu Boden, niedergestreckt von eiskaltem Blick Die süßliche Fäule der Verwesung lindert seine tödliche Gier In finstren Nächten wandern Gedanken dunkel und fern Wachsen heran in endlos erscheinender Zeit Es ächzen die Bäume zu wehklagenden Stürmen kein Blick erhebt sich zu den Sternen Verborgen die Wege in den Nebeln bis der Durst des Todes gestillt ist und wiederkehrt das Leben
10.
Homo sum humani nihil a me alienum puto Homo sum humani nihil a me alienum puto Neid erwacht in Überfluss, geschaffen aus wuchernder Gier Genährt von Verachtung und Hochmut eifernde Missgunst aufgeht Geboren die Wut, geblendet des Verstandes Ethos, in Abgründen sucht, kriechend, verdorbener Geist Lähmender Hass, gewachsen aus Wut, dunkel die Gedanken färbt schmerzhaft gefangen in schwarzem Eis, elend und kalt schlägt das Herz Geboren die Wut, geblendet des Verstandes Ethos, in Abgründen sucht, kriechend, verdorbener Geist wutgezeugte Furcht, Schatten des Hass nagende Zweifel säht im eigenen selbst endend in Verbitterung rastlos zermürbt in trüber Angst lautlos zerbricht menschlicher Geist Hochmut, Verachtung und wuchernde Gier, dunkel die Sinne einfärbt schmerzhaft umschlungen von eisiger Hand, elend schlägt das Herz in seiner trostlosen Welt Klamm und kalt und ausweglos, gefühlskalt und leer Furcht und Angst, lähmend auf das Schicksal wirkt Von Wut und von Zorn verblendet, das Selbst zerstört

credits

released May 15, 2015

Recorded and mixed by Stephan Kahle.
Mastered by Dan Swanö (www.unisound.se).
Cover art by Fabian Grimm.

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Ars Irae Rosenheim, Germany

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